Was glauben wir, was Dankbarkeit ist?
Dankbarkeit fühlen wir, wenn wir etwas bekommen. Im besten Fall etwas, was uns freut.
Voraussetzung für Dankbarkeit ist etwas zu empfangen, zu bekommen, was uns glücklich macht. Also „brauchen“ wir ein Ereignis oder Geschenk, um dann überhaupt dankbar sein zu können. Dinge, ein schöner Urlaub, schöne Momente…
Doch können wir eigentlich wirklich empfangen? Erlaubst du dir, zu empfangen?
Geben geht besser. Meistens.
Es fühlt sich gut an, etwas für Andere zu tun, etwas oder sich selbst zu verschenken. Am wertvollsten und schönsten ist es, wenn wir dies tun, ohne gleichzeitig etwas zu erwarten.
Vielleicht können wir so den anderen stellvertretend für uns selbst beschenken. Und der Andere empfängt stellvertretend für uns. Wir fühlen die Freude des beschenkt werdens des Anderen und deshalb haben wir selbst Freude daran.
Sehr oft können Menschen jedoch nicht offen annehmen und empfangen. Sie fühlen sich eher in einer Verpflichtung, wenn sie etwas bekommen oder werden mißtrauisch und haben das Gefühl, sie müssten sich das, was sie bekommen erst verdienen. Oder sind eine Gegenleistung schuldig.
Sehr oft ist die Energie von Dankbarkeit also gekoppelt an „Müssen“, „eigentlich sollte ich“ und so so viele Erwartungen – an mich, an jemand Anderen, an die Zukunft, den Urlaub, das Leben…
Außerdem haben wir gelernt, dass wir höflich sein müssen, uns artig bedanken und Dankbarkeit auf die eine oder andere Art zeigen sollen. Selbst dann, wenn das Getane ungefragt, vielleicht sogar übergriffig oder mit einer Erwartung verbunden wird. Oder wenn ein Geschenk nicht wirklich froh macht. Falsch verstandene Erwartungs-Dankbarkeit kann leicht in eine Zwickmühle führen, unter Druck setzen, manipulieren, zu Abhängigkeiten führen. Oft genug kommt ein Geschenk oder die Hilfe leider nicht wirklich von Herzen oder dient einem Zweck…
Doch wenn Dankbarkeit mit einem Zweck, einem indirekten Zwang auf Ausgleich, an eine Erwartung und Verpflichtung gekoppelt ist, wenn sie letztendlich erdrückt und in eine Abhängigkeit führt oder hält – dann wird diese wunderbare Energie nicht nur völlig mißverstanden, sondern Dankbarkeit mißbraucht.
Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass sich viele nicht trauen oder sich erlauben, zu empfangen. Einfach so – ohne ein verpflichtendes Gefühl oder schlechtes Gewissen. Geben und nehmen in zwischenmenschlichen Beziehungen dürfen ausgewogen sein. Doch das ist keine Verpflichtung.
Echte und freie Dankbarkeit existiert einfach so. Du kannst für so viel Dankbar sein: Dankbarkeit für die Natur, für einen schönen Sonnenaufgang, für den Hund der mich liebt und mir vertraut, für ein Lächeln, für eine bereichernde Erfahrung, eine Erkenntnis. Ich bin auch überzeugt, dass Tiere und Pflanzen ihre Art von Dankbarkeit empfinden…
Dankbarkeit ist also so viel mehr als Höflichkeit und eine Art des Energieaustausches in menschlichen Beziehungen.
Was ist Dankbarkeit also in Wahrheit?
Wichtig für das Entstehen von Dankbarkeit sind deine liebevolle Intension ohne Zweck und Ziel, deine Offenheit, deine Freude im Empfangen und im Geben.
Echte Dankbarkeit ist niemals nur gekoppelt an ein Tun oder ein Geschenk in materieller Form.
Dankbarkeit ist eine sehr hochschwingende, kraftvolle Energie, ein Zustand, ein Gefühl.
Doch was Dankbarkeit für dich ist und wie du sie wahrnimmst hängt von deiner Konditionierung, deinen Gedanken und Erfahrungen ab.
Wann fühlst du Dankbarkeit? In welchen Situationen, zu welchen Dingen, zu welchen Personen?
Irgendwann einmal hast du das Gefühl, das durch dich strömte in einer bestimmten Situation mit dem Namen Dankbarkeit benannt. Ein anderer würde das, was du da als Dankbarkeit einordnest vielleicht anders benennen, die Energie, die er fühlt anders übersetzen. Vielleicht sogar anders fühlen. Womöglich auch in ganz anderen Situationen. Eben aus seiner Erfahrung heraus und auch entsprechend dem, was ihm gesagt wurde darüber, was, wann und wie Dankbarkeit ist und wie sie zum Ausdruck gebracht wird. Aus einer reinen frei fließenden Energie, die wir als Gefühl wahrnehmen wurde eine irgendwie klebrige Masse aus Erfahrung, Worten, Handlung, Glaubenssätzen, Gewohnheiten … Fühlen für Verstehen und erklären können geordnet, strukturiert, bekömmlich in eine Box mit der Bezeichnung Dankbarkeit gepackt. Vielleicht ist dies übertrieben – aber so stelle ich mir das vor.
Energien, die wir als Gefühl wahrnehmen, sollten jedoch frei fließen. Am besten ganz ohne jede Bewertung und Ansicht. Erst die Wertungen, Ansichten und Vorstellungen auf die reine Energie begrenzen sie. Sie werden nützlich, positiv, negativ, leicht, schwer usw. In unserer Welt des Mangels, der Unsicherheit und verstehen müssen passiert das mit allem und Jedem. Ich glaube, dass jeder einen anderen Bezug, eine andere begrenzte Sicht auf die Energie von Dankbarkeit hat. So wie bei allen Gefühlen. Jeder wird sie für sich ganz individuell anders bewerten, einordnen.
Hier ist meine Erklärung für wahre Dankbarkeit und wie ich sie gerade erfahre:
Je öfter du deine Kontrolle aufgeben kannst – vor allem auf dich, dein Leben, deine Beziehungen, dein Business…, desto mehr kannst du ablassen von leisten müssen, dem Wunsch nach Anerkennung, mißverstandener Harmonie auf Kosten deiner eigenen Wahrheit.
Wenn du dich sogar traust, deine Ziele freizugeben und all die Bedingungen in dir für dich selbst und dein Leben – beginnst du zu spüren, kehrst du nach Hause zurück zu dir selbst.
Je öfter du genußvoll einfach mit dir BIST, ganz präsent in Körper und Geist ohne Anhaftung an Ideen, wie alles sein soll, wie du sein solltest, desto freier wirst du sein. Denn du verlässt dann deinen mentalen Käfig.
Je freier du in dir bist, desto mehr bist du mit dir selbst im Einklang und in Liebe verbunden.
Du entspannst dich, bist offen für den Fluss deines Lebens, für den ganz natürlichen Strom der Energien in dir, durch dich. Empfangen, Loslassen, Pause im harmonischen Einklang werden ganz natürlicherweise mehr Klahrheit und Leichtigkeit bringen. Du kannst all die Wunder sehen, die dich umgeben. Du kannst das Wunder deiner Existenz im Ansatz erfassen- oder wohl eher erfühlen. Du dehnst dich immer weiter aus in dir und dann weit darüber hinaus. Liebe erfüllt dich in Momenten der Klarheit und Offenheit – und im ganz „normalen“ Alltag deines so gewöhnlichen Lebens. Dieses gewöhnliche Leben, das sich als ein Abenteuer mit so vielen Facetten, mit so vielen Wandlungen und Zyklen einer großen Reise entpuppt. Du kannst plötzlich erkennen, wie alles in diesem Jetzt zusammenläuft. Du ahnst, dass du dich hierher geführt hast und dennoch auch geführt wurdest. Ganz individuell und als Teil von etwas Größerem.
In dieser neuen Frequenz- ganz im Einklang mit dir selbst und der Schöpfung sind dein Fokus, deine Wahrnehmung für alles, was dich umgibt weiter, irgendwie strahlender, weicher, liebevoller, offener. Du bist empfänglicher als je zuvor, weil du es erlaubst und zulassen kannst.
Das ist für mich die Bewusstheit, die Energie von heiliger Dankbarkeit magisch anzieht.
Wenn du dich von deinen Ansichten, deiner Meinung, deiner Wertung löst, was Dankbarkeit ist, wann du sie empfangen „darfst“, wie sie strömen soll und wann…und dich stattdessen ganz frei dieser reinen Energie, die Dankbarkeit wahrhaftig ist, hingeben kannst, wirst du wahre Dankbarkeit fühlen. Als eine kraftvolle, unterstützende Energie, die dich ganz frei durchströmt und zutiefst erfüllt. Du empfängst Dankbarkeit einfach und du lässt sie in dir entstehen und wachsen. Du musst sie dir nicht verdienen. Vielleicht strömt sie durch dein offenes Herzportal hier in diese Welt. Von deinem Seelenraum, aus einer anderen Dimension, aus dem Universum – ich weiß es nicht. Sie erfüllt dich von innen heraus und schenkt dir Öffnung, Weichheit, Weite, Freude. Dabei brauchst du so oft gar keinen Grund, dankbar zu sein.
Heilige Dankbarkeit strömt ganz tief aus dir heraus, durch dein Herz, durch deinen ganzen Körper. Du badest in diesem Gefühl und spürst: Alles ist möglich, alles fließt und ist miteinander verbunden- ich bin Teil davon.
Es sind sehr kraftvolle Momente des Ankommens. Magisch, voller Energie und Freude. Du empfängst dich selbst, deine eigene Kraft und Liebe in diesen Momenten.
Deine Dankbarkeit ist zugleich Zeuge deiner Akzeptanz, deiner Hingabe an den jetzigen Moment. Du bist zutiefst verbunden mit dem Göttlichen in dir. Und zu allem, was ist.
Heilige Dankbarkeit geschieht also. Ganz ohne Erwartung, Verpflichtung und Suchen nach ihr.
Sie webt sich ein in dein Leben und öffnet dich für mehr und immer noch mehr. Beginne die Wunder zu sehen, von denen du umgeben bist. Beginne das Wunder anzuerkennen, das du bist und dass du empfangen darfst.
Du kannst heilige Dankbarkeit in jedem Augenblick spüren, wenn du lauschst. Wenn du still wirst in dir. Lass dich durchdringen von der Heiligkeit des Augenblickes.
Sei da, sei offen, empfange Dankbarkeit.
Du bist Dankbarkeit.
Jeanett Amberger
