erster Schritt:
Ich höre auf, mich selbst zu kontrollieren.
Ich höre auf, mich selbst zu unterdrücken.
Ich beende meine Anpassungsprogramme, meinen Nützlichkeitszwang und auch die Suche nach meiner Aufgabe,
Ich höre auf, dazugehören zu wollen.
Ich höre auf, mir selbst im Weg zu stehen.
Und ich gebe meinen Widerstand auf:
gegen meinen inneren Antreiber, gegen den Zweifel, dass Nichts tun falsch sein könnte, gegen das, was gerade ist, gegen mein Leben, mich selbst… und deshalb auch gegen alles Mögliche im Außen.
Meine Wahl: Ich lasse los und geb mich frei.
Ganz bewusst lasse ich immer wieder los, wenn meine innere Anspannung kommt mit „Ich muss doch und sollte aber jetzt“.
Ich atme, werde mir bewusst, gehe in den Wald….
Ich weiß nicht, ob es richtig ist was ich darüber denke, wie ich damit umgehe. Auch diesen Zweifel halte ich. Zu oft schon habe ich mich selbst durch Annahmen und inneren Druck weiter angetrieben, verausgabt und ausgelaugt.
Dieses Thema kehrt immer wieder zurück und hat mich dann mehr oder weniger im Griff.
Was wäre, wenn Leben jedoch tatsächlich ganz leicht, harmonisch und einfach geht?
Wenn ich eintrete in mein Innerstes, in meine Ruhe, meinen Körper, mein weites Herz – dann entspanne ich mich wieder, finde Klarheit und weiß, dass ich nichts muss.
Ich erkenne mich selbst als weiten Raum, als Bewusstsein, das IST. Ich beobachte und weiß auch, dass diese Präsenz, dieses Wahrnehmen mein Leben hält, führt und sieht.
Es mag sich eigenartig anhören: Doch ich weiß, dass es nichts zu tun gibt, außer diese Präsenz zu erfahren und MIT ihr jeden Schritt des Tages zu gehen. Und dennoch bin ich immer wieder innerlich gehetzt und unter Druck. Und auf der Suche nach meinem Auftrag, Beitrag, Sinn und Nutzen.
Doch was wäre, wenn mein Gewahrsein und meine Präsenz mein wichtigster Beitrag ist – der, den ich immer suchte? Was geschieht denn, wenn ich mich einfach endlich nur selbst zulasse, mich innerlich freigebe, nicht mehr vergleiche und nicht weiter suche? Weil ich akzeptiere, dass ich schon alles bin und habe? Ich weiß, dass Präsenz und tiefes Vertrauen in mein inneres Geführt-sein keinen Geldbeutel füllen. Nicht in der gewohnten Vorstellung von Arbeit, Nützlichkeit und jeglichem UM ZU. Unser aller Leben war bisher auf leisten und sich etwas verdienen müssen ausgerichtet. Wir erhielten den Kreislauf von sollen, müssen, Mangel und der Sehnsucht, dies alles endlich nicht mehr bedienen zu müssen aufrecht.
Doch was geschieht, wenn ich mich nicht mehr passend machen, nicht mehr anders sein will als ich bin und stattdessen authentisch und stolz auf mich und meine Einzigartigkeit? Wenn ich einfach so meiner eigenen Macht und dem Leben vertraue?
Das Leben wird ganz natürlich weiter fließen – erfüllend, frei, harmonisch im Empfangen und Geben. Davon bin ich überzeugt.
Wenn ich diese neuen Gedanken, dass sich alles ganz leicht fügt, an-nehme, in mir wachsen lasse, alle Bedenken, Zweifel, Meinungen in mir, die mich daran hindern erkenne, und trotzdem konsequent in meiner Neuausrichtung bleibe…
Dann ist da zunächst diese Angst, dass es falsch ist. Ich weiß, dass ich gegen den Strom schwimme. Es ist für mein Ego ein Risiko. Das Risiko, dass ich verarme, meine Rechnungen nicht mehr zahlen kann, sich Menschen von mir abwenden, dass ich Vorwürfe höre, dass ich ein Schmarotzer bin, dass ich im Vergleich nicht mithalte, dass ich nicht mehr hineinpasse in das System…
Genau diese Zweifel und Ängste sind es auch, die mich davon abhalten präsent zu sein und mir zu vertrauen. Ich beginne mit mir zu hadern, mich klein zu machen, mich selbst zu verunsichern und mein Neu zu unterdrücken. Doch wenn diese Zweifel nur meine inneren Entmachter sichtbar machen? Die verhindernden Ansichten und Urteile über mich selbst? Es sind nämlich genau die Gedanken, die meine tiefsten Ängste entlarven. Die Ängste, die mich schon immer begleiten. Sie zeigen sich so präsent, weil es wichtig ist, weil ich meiner Wahrheit nahe komme, mich ganz neu ausrichte, zu meinem Ursprung zurück kehre. Doch jetzt kann ich sie sehen und dadurch alles hinter mir lassen, was nicht zu mir gehört und mich klein hält. Danke.
Und mir kommt noch in den Sinn: der ganze Aufruhr in mir entsteht doch nur, weil ich ja schon anders bin, weil ich längst bereit für das Neue bin, weil ich mich schon entfernt habe vom gewohnten Denken, Fühlen und Sehen. Danke.
Das, was du in Wahrheit bist, wie du wirkst, zeigt sich vor allem und ganz offen- sichtlich erst in deinem anders sein. Wie Licht, dass im Dunkel erst so richtig sichtbar wird. Ebenso verhält es sich mit deiner Fähigkeit. Folge der Spur deiner Zweifel und Ängste. Sieh genau dorthin, wo du zweifelst und wovor du Angst hast, vielleicht sogar ablehnst. Denn du kannst nichts erkennen von dir und deinen Fähigkeiten, solange du dich einfügst, anpasst, mit machst. Solange du sein willst wie deine Umgebung bist du wie ein Chamäleon…unsichtbar und nicht wirklich du.
Kannst du dieses „anders sein“ zulassen – bist du bereit dazu, es zu erkennen, es an-zu-nehmen und auch zu leben? Bist du bereit, vom Chamäleon mit der zugegebenermassen großen Begabung für Unsichtbarkeit zu der zu werden, die du in Wahrheit bist? So einzigartig, dass du womöglich sichtbar wirst wie ein knallroter Punkt auf schwarzem Grund?
Authentizität – dein Weg.
ALLES beginnt immer mit dir und in dir. Du erkennst dich mehr und mehr und stehst dazu eine eigene Sichtweise zu haben. Irgendwann ist es soweit, dass es nur noch wenige Menschen um dich herum gibt, die deine Wahrnehmung teilen. Du glaubtest, die anderen sehen wie du und ihr seid gleich. Das ist jedoch ein Irrtum. Denn jeder kreiert sein eigenes Multiversum. Dann wächst du mehr und mehr in dich hinein, entfernst dich Stück für Stück vom alten Sehen und einem Außen, dass nicht mehr mit dir schwingt und räsoniert. Du findest neue Menschen, von denen du auch wieder meinst, sie sind wie du. Erhoffst dir die Bestätigung und Erlaubnis deiner An- sichten oder Wahrnehmungen. Es sind jetzt garantiert weniger. Dieses Spiel geht so weiter, bis du erkennst, dass einzig und allein Du genau so siehst, wie du siehst. Dass nur du so bist wie du bist. Einzigartig. Und genau richtig. Und jetzt darfst du erkennen: Das IST dein Beitrag. Es geht erst mal weniger um ein Ziel und ein Ergebnis. Dein Beitrag ist vor allem DEINE Art zu lieben, denken, sprechen, fühlen. Es geht um DEINE Präsenz. Und mit ihr um DEINE Begabung.
Solange du noch vergleichst, dich anpasst, nicht allein sein kannst, dich nicht als Mitte deines Lebens akzeptieren und offen für dich selbst bist- solange verleugnest du mit dir auch deine wahre Begabung.
Wenn du dich anders haben willst, als du bist, lehnst du das Beste, schönste und besondere von dir ab. Denn deine einzigartigen Fähigkeiten sind Teil von dir. Beginne dein Anders sein als dein Potential zu sehen statt dein Fehler und du wirst erfüllt sein von deiner eigenen großen Begabung und Präsenz.
So oder so – wenn du im Widerstand gegen dich selbst bist, wenn du glaubst, nicht dazugehören zu können oder zu dürfen…wenn du anders sein willst, alles anders haben willst als es ist, dir selbst nicht glaubst und vertraust, dich selbst unterdrückst, andere manipulierst für das Aufrechterhalten deiner Ansicht von „so ist es richtig“. Dann machst du dein Leben sehr sehr anstrengend.
Ich bin frei – aber kann ich es auch zulassen?
Wovor habe ich genau Angst?
Angst vor Folgen, die sich mein Verstand auf Grund von Erfahrungen und Prägungen vorstellt und erwartet. Erwartete, interpretierte Konsequenzen, die dem gängigen Überlebensprogramm von dir oder denen des Kollektives nicht entsprechen.
Angst davor, etwas falsch zu machen oder etwas zu verpassen.
Diese Vorwegnahmen von Ergebnissen beruhen auf Programmierungen, die mich vor allzu viel Individualität und Authentizität schützten. Bisher. Wegen der Sachen mit der Verletzbarkeit, der Auffälligkeit, Angreifbarkeit usw….
Doch wenn dieser innere Konflikt mit meinen Ängsten, Zweifeln nicht wichtig wäre, dann wäre er gar nicht aufgekommen. Es scheint Teil meiner Reise zu mir selbst zu sein. Noch freier, Selbst-bewusster, authentischer…
Also werde ich folgendes tun 🙂
Immer wieder innere Zweifel und Ängste überwinden. Ich höre und sehe sie ganz bewusst in meiner Mitte, in meiner Sammlung und im Kontakt zu meinem höheren Selbst. Ich werde immer wieder meiner inneren Stimme vertrauen, ihr folgen und mich entspannen. GANZ BEWUSST ENTSPANNEN.
Ich erlaube mir, einfach zu sein wie ich bin. Ich beobachte wohin mich mein Innerstes zieht. Tue, was mir wichtig ist. Erlaube mir, der Raum zu sein, der Ruhe und Bewusstheit ist und in das Leben strahlt.
In jeder Begegnung, in jedem Tun, in jedem Moment. Planlos, mit so viel Freude wie geht, vertrauend, offen, frei, friedvoll, entspannt, geerdet. Das IST meine Aufgabe, mein Auftrag.
Nicht jede Kompetenz zeigt sich gleich offensichtlich mit viel Taraaa und einem Ergebnis, Konzept oder Plan. Wahrscheinlich war das auch nur eine Erwartung.
Und doch habe ich eine Vision. Schon sehr lange:
„Miteinander und frei“
Jeder authentisch und frei und sich genau so auf Augenhöhe begegnen und großes neues Land erobern, gestalten. Meine Vision beginnt selbstverständlich bei mir, mit mir. Wenn ich authentisch und frei bin, gebe ich das ins Feld, kann ich andere erinnern und ermutigen. Und da schließt sich der Kreis wieder.
Ich gebe mich selbst frei und dadurch mein Leben, meine Beziehungen und die Menschen. Das fiel mir nie leicht, und doch tat ich es meist irgendwie.
Ein wichtiger Teil davon ist dieser:
Ich erlaube mir selbst ganz frei zu empfangen.
Ohne Bedingungen in mir an mich selbst. Auch ohne einen Zweck, Nutzen oder dergleichen.
Alles, was ich an Liebe und Zuwendung, Aufmerksamkeit empfange, ist für mich gedacht. Ich bin gemeint. Ich höre auf damit, alles was ich empfange gleich weiterzugeben, einen Nutzen für andere daraus zu machen. Ich beende die Annahme, dass dies erst dem Empfangen einen Sinn geben würde, dass dies meine Berechtigung wäre, empfangen zu dürfen. NEIN. Ich wähle mich. Als erste Instanz.
Ich erlaube mir, zu empfangen.
Ich lasse mich lieben.
Ohne jede Bedingung. Einfach so. Ohne etwas leisten zu müssen.
Ich liebe mich. Ich öffne mich für all die Liebe, die zu mir fliesst. Mich durchströmt.
Ich empfange – überfließend gebe ich.
Ganz natürlich und freudig bin ich.
Ich lasse alle alten Bedingungen und Zweifel an mir los und mache alles neu. Mit meiner Wahl, mit meiner Entscheidung, mit meiner Präsenz.
Jeanett Amberger
